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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Allgemeine Fähigkeiten neben der Spezialisierung(Chirurgie)
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BeitragVerfasst: 28.12.17, 16:25 
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Interessierter

Registriert: 03.12.17, 12:49
Beiträge: 5
Hall Leute,

ich wollte mich erkundigen wie es bezüglich der Grundbildung als Arzt, speziell Chirurg, aussieht, da ich mir nicht ganz vorstellen kann was man im Studium und Assistenzzeit so lernt.

1.Angenommen ich würde allgemeine Chirurgie als Fachrichtung nehmen und mich eher Ländlich mit einer Praxis niederlassen.
Dann wäre es ja mit Sicherheit so dass auch bei anderen Notfällen die Leute bei mir aufkreuzen würden. Es ist so schnell kein anderer Arzt zur Stelle und eine Frau liegt in den Wehen, es müsste aber ein Kaiserschnitt durchgeführt werden, oder ein Mann hat eine Lungenverletzung bei der Arbeit erlitten oder ähnliche akute Probleme. (Ich weiß nicht ob das gute Beispiele sind, da mein Wissen zu diesen Themen begrenzt ist)

Könnte ich als Allgemeinchirurg der in diesem Beispiel durchschnittliche Fähigkeiten besitzt diese Notfalloperationen durchführen?
Das es Grenzen gibt kann ich mir denken, denn ich werde nicht spontan alleine eine Herztransplantation schaffen (oder doch?) , aber als Arzt wäre ich ja notgedrungen angewiesen es zu versuchen.

2.Angenommen ich bin klassischer Hausarzt auf dem Land welcher zum Glück einmal-opbesteck rumliegen hat und jemand kommt mit einem akuten chirurgischen Notfall zu mir, wie stehen da die Chancen?

Ich hoffe ich konnte meine Frage verständlich rüber bringen und freue mich über Antworten ,
Lg DrTrue


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BeitragVerfasst: 28.12.17, 18:34 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
Beiträge: 11352
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Hallo,
wollen Sie denn Medizin studieren? In wieviel Jahren wird das sein?
Sie haben völlig falsche Vorstellungen von der Arbeit eines niedergelassenen Chirurgen. Operationen am offenen Bauch werden ambulant so gut wie nie durchgeführt, also nix mit Kaiserschnitt. Echte Notfälle werden sofort in die Klinik gebracht, landen also fast nie in einer Praxis. Ein erheblicxher Teil der Routinearbeit besteht aus Versorgung kleinerer Brüche und Verletzungen, orthopädische Untersuchungen aller Art natürlich auch. Daher gibt es ja auch seit Jahren das Fachgebiet Orthopädie und Unfallchirurgie.
Die Arbeit eines niedergelassenen Chirurgen - fast immer in größeren Städten, nie auf dem Land- besteht in Wundversorgung, Spiegelungen aller Art ( Knie z.B.) , Handchirurgie usw.
Es hat absolut keinen Sinn, Ihnen die Realität im Alltagsleben aufzulisten ( Sie schrieben ja bereits im Forum Gesundheitspolitik), fangen Sie erst einmal mit dem Studium an, dann bekommen Sie gegen Ende des Studiums und in den Famulaturen einen gewissen Einblick.
"Könnte ich als Allgemeinchirurg der in diesem Beispiel durchschnittliche Fähigkeiten besitzt diese Notfalloperationen durchführen?- mit Sicherheit werden Sie, selbst mit großer Erfahrung, die Finger tunlichst davon lassen. Schwere Verletzungen und weitreichendere Eingriffe überschreiten die technisch-apparativen Möglichkeiten. Allein meine ambulante langjährige Tätigkeit in meinem Fachgebiet benötigte neben einer OP-Schwester und einem Narkosearzt, einem " Springer" , einem Aufwachraum usw. eine Instrumenausstattung von gut 100.000 Euro.

_________________
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 28.12.17, 18:54 
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Interessierter

Registriert: 03.12.17, 12:49
Beiträge: 5
Ja ich möchte Medizin studieren und würde spätestens nächstes Jahr dann zur Not in Österreich anfangen. Ich versuche abzuschätzen was in den verschiedenen Fachrichtungen auf mich zukommen könnte, vor allem im Bezug auf mein Wunschgebiet Chirurgie.
Ich bin zutiefst dankbar für jedwede Möglichkeit mein Bild der Realität näher zu bringen, daher auch schon mal danke für Ihre Antwort.
Wenn ein niedergelassener Chirurg hauptsächlich ambulant behandelt, weshalb dann nicht auf dem Land, denn gerade dort sind die Menschen in einer größeren Entfernung zu Kliniken, oder versehe ich mich?
Und würde denn ein Arzt, wenn nicht die Möglichkeit bestünde den Patienten zu einer Klinik zu befördern, dennoch wenigstens versuchen müssen eine OP mit seinen Mitteln durchzuführen?

Das werde ich tun und es wird mit Sicherheit mehr nützen als meine Fragen, dennoch treibt einen die Neugier.


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BeitragVerfasst: 29.12.17, 08:26 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
Beiträge: 11352
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Hallo,
"Wenn ein niedergelassener Chirurg hauptsächlich ambulant behandelt"- das ist absolut falsch,
ein niedergelassener Chirurg behandelt nicht nur " hauptsächlich" ambulant, sondern ausschließlich..Sie werden- sehen Sie mal in die Telefonverzeichnisse- fast nie einen Chirurgen finden, der sich auf dem Land niederlässt. Unfälle jeglicher Art werden sofort mit Notarzt bzw. Rettungswagen in die nächstgelegene Klinik gebracht. Sie haben keine Vorstellungen, was dann für ein Szenario abläuft- Labor, Ultraschall, Röntgen, evtl. CT/ MRT. Das ist in einer Praxis nicht zu " stemmen", ferner würde kostbare Zeit vergehen. Er muß sich auf kleinere Unfälle beschränken, z.B. Verdacht auf Verletzungen der Gelenke, Frakturen, Weichteilverletzungen, Prellungen, Zerrungen etc.
Kleinere Operationen wie z.B. Venenentfernungen, Hämorrhoiden u.a. sind natürlich machbar.
Und selbst in derartigen Fällen wird er oftmals ambulant überfordert sein. Sehen Sie doch ganz einfach mal die Homepages von niedergelassenen Chirurgen an und dann werden Sie schnell erkennen, dass im Leistungsspektrum nur ein kleiner Teil von dem angeboten wird, was man in der Klinik gelernt hat.
"dennoch wenigstens versuchen müssen eine OP mit seinen Mitteln durchzuführen? "- wenn ein Notfall vorliegt, informieren Umstehende fast immer die Notzentrale. Er könnte lediglich einen intravenösen Zugang legen, Schmerzmittel verabreichen, die Vitalparameter kontrollieren-mehr auch nicht. Ist man ein Vollblutchirurg und vom Fieber des Operierens infiziert, bleibt nur die Kliniktätigkeit übrig. Als Niedergelassener verbleiben Ihnen etwa 25 % dessen, was Sie an der Klinik gemacht haben. Das ist in meinem Fach anders, da kann man sehr viel ambulant durchführen und wird dennoch zu selten von Kollegen praktiziert, da das ambulante Operieren nicht besonders lukrativ ist- ich habe -bei bescheidenem Gewinn- das eher als Bereicherung des Routinealltags gesehen.

_________________
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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